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Stiftung Kultur der Stadtsparkasse Schwerte

Kultur lieben und leben

Stiftung Kultur der Stadtsparkasse Schwerte

Kultur lieben und leben

Die Stiftung  Kultur der Stadtsparkasse Schwerte fördert kulturelles Engagement in Schwerte.

Über uns

Herzlich Willkommen bei der Stiftung Kultur der Stadtsparkasse Schwerte

Seit Februar 1995 ist das kulturelle Leben in Schwerte um einen Namen reicher: „Stiftung Kultur“ der Stadtsparkasse Schwerte.  

Mit der Gründung dieser Kulturstiftung hat das auch zuvor schon beachtliche Engagement der Stadtsparkasse für die Bürgerinnen und Bürger unseres Stadt noch einmal kräftig an Dynamik und Bedeutung gewonnen. Als gemeinnützige Institute, die dem öffentlichen Wohl verpflichtet sind, unterstützen die Sparkassen in ihren lokalen Geschäftsgebieten eine Vielzahl von Maßnahmen.

Dieses kulturelle soziale und karitative Engagement wird von den Sparkassen als konsequente Fortsetzung ihres Gründungsauftrages gesehen. Besondere Bedeutung genießt dabei die Förderung von Kunst und Kultur. Mit den skulpturalen Arbeiten von Ingrid Langanke, Claus Bury, Thomas Klegin und den Brüdern Maik und Dirk Löbbert hat die Kulturstiftung der Stadtsparkasse Schwerte deutliche Akzente in der Schwerter Innenstadt gesetzt.  

Das jüngste Werk, eine Wasserskulptur von Prof. Albert Hien, gibt seit dem 20. Mai 2000 dem neugestalteten Postplatz eine originäre Note. Auf literarischem Gebiet hat die Kulturstiftung in Zusammenarbeit mit dem
Westfälischen Literaturbüro in Unna das Projekt „Schwerte zur Jahrtausendwende - ein literarischer Spiegel“ ins Leben gerufen. Der Schriftsteller Michael Zeller erhielt das Auftragsstipendium „Autorenresidenz Schwerte 1999“ und verbrachte acht Monate als Stadtschreiber in Schwerte. Er hat seine Eindrücke literarisch in seinem Buch „Mein schöner Ort“ veröffentlicht.

Die Fotokünstlerin Annemarie Voigt begann im Frühjahr 1999 im Auftrag der Stiftung mit der Gestaltung eines „Schwerter Stadtportraits“ in Form von Fotocollagen. Im Laufe von fast zwei Jahren entstanden hierfür viele Fotografien, auf denen auch die Menschen in den Straßen und bei vielen kulturellen und sportlichen Ereignissen gezeigt werden.

Im Februar/März 2003 brach in Schwerte das Picasso-Fieber aus. Rund vierzig Originallithographien des spanischen Meisters wurden auf Initiative der Stiftung in der Sparkasse ausgestellt und lockten viele Schwerter Bürger an. Unter dem Motto „Schwerter Lichtblicke“ verzauberte im Herbst 2003 der Schwerter Jörg Rost mit seiner Lichtkunst den Schwerter Stadtpark und die St.-Viktor-Kirche für die Stiftung Kultur der Stadtsparkasse Schwerte.

Neben der Anschaffung von Skulpturen hat die Stiftung auch die Kosten für die Instandsetzung des Rathausbrunnens im Jahr 2003 und des Marktbrunnens im Jahr 2004 sowie für die Festbeleuchtung der St.-Marien-Kirche anläßlich der 100-Jahrfeier im September 2004 übernommen.

Stiftungszweck

Der Zweck unserer Stiftung ist

 

  • Förderung des künstlerischen Nachwuchses
  • Ankauf und Leihe von Kunstwerken
  • Restaurierung von Kunstwerken und Denkmälern
  • Stiftung von Kunst- und Kulturpreisen
  • Öffentliche Musik- und Theateraufführungen
  • Öffentliche Ausstellungen
  • Förderung sonstiger kultureller Vorhaben und Aktivitäten
  • Die Stiftung ist operativ tätig.
Projekte

Hier finden Sie Informationen und Bilder unserer geförderten Projekte.  

Schwerter Lichtblicke III - Farbenrausch von Jörg Rost, 2007

 

Die Schwerter Lichtblicke I und II aus dem Jahr 2003 mit der Illumination des Stadtparks und der St. Viktor - Kirche finden eine Fortsetzung: Das Hauptstellengebäude der Sparkasse Schwerte wird Gegenstand einer Installation des Schwerter Lichtkünstlers Jörg Rost.

Er hatte die Idee, die Fenster des Foyers und des Treppenturms mit mehr als 400 Farbfolien zu bestücken, um so das Haus in einem völlig neuen Licht erscheinen zu lassen und es damit in das Zentrum der künstlerischen Aufmerksamkeit zu stellen. Diese Idee hat die Stiftung Kultur der Sparkasse unter dem Motto „Schwerter Lichtblicke III - Farbenrausch“ aufgenommen.


Jörg Rost, 1963 in Schwerte geboren, lebt und arbeitet in Schwerte, seine Projekte sind in ganz Deutschland zu sehen

www.rostlicht.de

Mozart - Festival Schwerte unter der Leitung von Felix Reiman, 2006

„1, 2, 3, Mozart in Schwerte - sind Sie dabei?“

So lautete das Motto, das die Stiftung Kultur der Sparkasse Schwerte im Jahr 2006 anlässlich des 250. Geburtstags von Wolfgang Amadeus Mozart ausgegeben hatte. Damit hat die Stiftung es geschafft, das Flair des Salzburger Genies in die Ruhrstadt zu holen.

Drei Konzerte mit dem Amadeus - Kammerorchester unter der Leitung von Felix Reimann hat es gegeben: Im April fiel der Startschuss in der Rohrmeisterei in Schwerte unter dem Thema „Mozart für alle Sinne“. Das konzertante Erlebnis, unter anderem mit dem Konzert für Flöte und Harfe, der Sinfonia Concertante und der Linzer Sinfonie, wurde abgerundet durch ein besonderes kulinarisches Angebot des Rohrmeisterei- Gastronomie.

Um den intimen Charakter der von einem Bläserensemble vorgetragenen „Serenade der Harmonie“ zu betonen, verwandelte sich im  August die Kundenhalle der Sparkasse Schwerte in einen Konzertsaal. Rund 270 Gäste waren in der ausverkauften Halle begeistert von der Serenade C-Moll „Nacht Musique“, der Harmoniemusik zu „Figaros Hochzeit“ und der Serenade B-Dur „Gran Partita“.Zum Abschluss des Mozartfestes präsentierte die Stiftung Kultur im Oktober unter dem Motto „Mozart in Klang und Tanz“ im großen Freischützsaal eine festliches Konzert mit dem Titel „Don Giovannis Prager Liebe“. Es bot ein Programm rund um die Figur des Don Giovanni.

Besonderes Highlight dieser Veranstaltung war die Zusammenarbeit mit der renommierten Dortmunder Ballettschule „TANZSTELLE“. Choreographiert von Mahnaz Hankiewicz tanzten preisgekrönte, fortgeschrittene Balletteleven zur Ballettmusik zu Don Juan von Ch. W. Gluck. Das Publikum war begeistert und dankte mit Bravo-Rufen und stehenden Ovationen.

Schwerter Lichtblicke II - Illumination der St. Viktor - Kirche in Schwerte von Jörg Rost, 2003

 

Im Herzen der Stadt Schwerte, am Marktplatz gelegen, befindet sich die St. Viktor-Kirche. Sie bildet einen ruhenden Gegenpol zu dem regen Treiben, das seit Ihrer Erbauung auf dem davor gelegenen Marktplatz stattfindet.

Damit verbinden sich die die verschiedensten Geräusche: das Klappern der Pferdehufe im Mittelalter, das Geschrei der Markthändler, das Dröhnen der Traktormotoren, die Geräusche der dort stattfindenden Veranstaltungen. Die meditative Stimmung der ehrwürdigen Gemäuer der Kirche wurde durch eine eindrucksvolle farbliche Ausleuchtung der Kirche innen und außen verstärkt und lud zum Erkunden ein. Ergänzt wurde diese Stimmung durch meditative Musik des Klangkünstlers Tobias Bierbaum.

Einbezogen wurde auch der hinter der Kirche gelegene Friedhof sowie Teile des Marktplatzes. Das Projekt wurde realisiert mit dem Schwerter Lichtkünstler Jörg Rost.


Jörg Rost, 1963 in Schwerte geboren, lebt und arbeitet in Schwerte. Seine Projekte sind in ganz Deutschland zu sehen.

www.rostlicht.de

Schwerter Lichtblicke I - Illumination des Schwerter Stadtparks von Jörg Rost, 2003

 

Der Stadtpark in Schwerte - er ist Friedhof, Schulweg von Schülern, Ausstellungsraum für öffentliche Kunst, Spielplatz für Kinder und Ruhezone für Spaziergänger.

Das wurde im September 2003 während des Projektes Schwerte Lichtblicke I alles ganz anders.

Der Park wurde zur Oase der Ruhe, mitten in der City, mitten in unserer hektischen Zeit. Die alten Bäume, die gemütlichen Sitznischen, der Spielplatz, die modernen Kunstwerke - sie alle wurden zu Hauptakteuren. Schaukeln, die zwischen den Bäumen installiert wurden, luden die Besucher zum Verweilen ein. Die Schaukel steht als Symbol für die Leichtigkeit des Seins, die Möglichkeit, die Bodenhaftung real wie auch im übertragenen Sinne für einen kurzen Moment zu verlieren. Ein Schattenspiel mit sich selbst verzahnenden Rädern und atmosphärischer Beleuchtung ist entstanden.

Kombiniert mit Musik der 60er Jahre und einer ungewohnten Vortragsweise alter Volkslieder konnten sich die Besucher an zwei Abenden verzaubern lassen.Das Projekt wurde realisiert mit dem Schwerter Lichtkünstler Jörg Rost.


Jörg Rost, 1963 in Schwerte geboren, lebt und arbeitet in Schwerte, seine Projekte sind in ganz Deutschland zu sehen

www.rostlicht.de

Picasso - Das lithographische Werk, 2003


„Arbeit bedeutet atmen für mich; wenn ich nicht arbeiten kann, kann ich nicht atmen!”

Pablo Picasso (1881-1973)

Die Ausstellung

Kaum ein Künstler prägte die Kunst des 20. Jahrhunderts mehr als Pablo Picasso: Er war nicht nur Maler, Bildhauer und Graphiker, er schuf auch Gedichte und Theaterstücke. Dabei legte er sich nie auf einen bestimmten Stil, eine Technik oder auch nur ein Thema fest.

Seine Lithographien erlauben einen einzigartigen Einblick in seine Arbeitsweise, denn Picasso nutzte die Drucktechnik, um immer wieder Zwischenzustände seiner Werke zu drucken. So werden die Schritte
nachvollziehbar, mit denen er sich einem Thema näherte.

Die hier ausgestellten Originale beleuchten wesentliche Themen und Stationen in Picassos graphischem Schaffen. So finden sich neben den bekannten Stierkampfszenen, Stilleben und mittelalterlichen
Ritterdarstellungen auch Variationen auf Werke berühmter Künstler. Darüber hinaus klingen in vielen Werken auch biographische Bezüge an, so in seinen Atelierbildern und Porträts.

Schwerte - ein Stadtportrait von Annemarie Voigt, 2001

 

Über ein Jahr lang hat Annemarie Voigt das Leben in der Stadt Schwerte fotografisch festgehalten. Dabei hat sie die Techniken der Collage, Doppelbelichtungen und die Behandlung des Filmmaterials mit speziellen Flüssigkeiten als künstlerisches Ausdrucksmittel benutzt.

Durch diese Verfremdung bricht sie die üblichen Betrachtungsmöglichkeiten auf und betont den besonderen Charakter der jeweiligen Motive. Fast zwei Jahre lang flanierte Annemarie Voigt mit ihrer Minolta-Kamera durch die Straßen von Schwerte und hielt auf vielen Filmen die Fassaden der Häuser und die Menschen in den Straßen bei den vielen kulturellen und sportlichen Ereignissen in dieser Zeit fest.Die Ausstellung der Bilder in der Kundenhalle der Sparkasse Schwerte fand große Beachtung bei den vielen Besuchern. Zwölf Motive wurden anschließend in einem großformatigen Bildkalender gezeigt.  


Annemarie Voigt wurde in Duisburg geboren und studierte Anglistik, Gemanistik und Kunst in Dortmund und Bochum. Sie lebt seit vielen Jahren in Hennen.  

Brunnenskulptur von Abert Hien, 2000

 

Im Jahr 2000 übergab die Kulturstiftung der Öffentlichkeit die Brunnenskulptur auf dem Postplatz, ein Geschenk anläßlich der Einweihung des neu gestalteten Postplatzes. Dass die Skulptur in der Öffentlichkeit von Anfang an und fälschlicherweise als „Brunnen“ bezeichnet wurde, zeigt, wie schwierig es ist, dieses Objekt von Albert Hien überhaupt einzuordnen. Nein! Ein Brunnen ist diese Skulptur sicher nicht! - Aber auch der TÜV hatte bei der Abnahme einige Schwierigkeit, da das Objekt weder als Maschine noch als Spielgerät einzuordnen war.
Dabei scheint auf den ersten Blick ein logischer Prozess in dieser Skulptur abzulaufen: In dem 6 m hohen Trichter sammelt sich das Wasser, es schießt in einem Strahl in die Trommel, treibt diese quasi an und „wäscht“ darin die Münzen. „Geldwaschanlage“ - im Volksmund war dieser Titel schnell gefunden. Der Künstler geht von einem anderen Grundgedanken aus: Das rational Geplante und technisch Machbare hat allzu häufig nicht eingelöst, was an Erfüllung damit versprochen war; es hat sogar geängstigt und das Leben bedroht. Das Fließen und Rauschen des Wassers, die sich endlos drehende Trommel - all das hat in dieser Skulptur keine Funktion. Und doch könnte alles als Alternative verstanden werden für die eigene Situation, das Sich-im-Kreis-Drehen und den Zwang, funktionieren und erfolgreich sein zu müssen.

Albert Hien unterläuft mit dem Spaß an der Kunst derartige Zwänge. Er läßt den Edelstahl im Tageslicht glänzen, die gelochte Doppelwand der Trommel entfaltet ein optisches Spiel mit Interferenzen und Licht. So schafft es diese Skulptur, die Menschen zum Schmunzeln zu bringen, wenn sie davor stehen bleiben und sich selbst mit etwas kritischer Distanz betrachten. Vielleicht werden Sehnsüchte nach einer Welt, in der nicht nur Nützlichkeit gefragt ist, wach.


Albert Hien, 1956 in München geboren, lebt und arbeitet in München

www.alberthien.com

Mein schöner Ort von Michael Zeller, 1999


Autorenresidenz Schwerte

Eine Landschaft erdichten. Städte gründen im Wort. Heimat schaffen, wenn du sie beschreibst. Schwerte, eine Stadt in Deutschland. Landschaft mit Fluss. Region in Europa. Ein Fleck auf der Erde. Nicht für sich, unter anderen. Mit Grenzen nach innen, nach außen. Luft zieht durch. Es atmet.

Für das Jahr 1999 hatte die Stiftung Kultur das Projekt „Autorenresidenz Schwerte“ ausgeschrieben.  Es beinhaltete den Auftrag an einen Schriftsteller, für eine Weile in der Stadt zu leben und einen „literarischen Spiegel“ über „Schwerte zur Jahrtausendwende“ zu verfassen.

Dr. Michael Zeller „gewann“ die Ausschreibung und hielt seine Eindrücke in dem Buch „Mein schöner Ort“ fest. Im Klappentext des Buches heißt es: „Mein schöner Ort“ entwirft ein facettenreiches Bild deutschen Alltagslebens. Geschildert werden Begegnungen mit Menschen der westfälischen Stadt Schwerte, mit Ihren Werten, Traditionen und Haltungen.

Michael Zeller bedient sich der traditionellen Form des Verses, um modernes Leben einzufangen. Aus dieser Spannung zwischen Tradition und Moderne ergibt sich ein Lesevergnügen der besonderen Art: Der analytische Blick und Witz des Autors lassen einen deutschen Bilderreigen vor den Augen des Lesers entstehen.


Michael Zeller wurde 1944 in Breslau geboren, dem heutigen Wroclaw. Nach einer akademischen Laufbahn entschied er sich 1982 für den Beruf des freien Schriftstellers. Sein Werk umfasst Romane, Erzählungen, Gedichte, Essays. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen, zuletzt den »Kulturpreis Schlesien« des Landes Niedersachsen. Zu Hause ist er dort, wo sein Schreibtisch steht, 1999 stand er in Schwerte.

Denkmal für eine vormals ortsspezifische Skulptur von Maik und Dirk Löbbert, 1997

 

Die Arbeiten der Bildhauer Maik und Dirk Löbbert zeichnen sich dadurch aus, dass sie nicht gleich als „gemachte“ Objekte erkennbar sind; sie sind einfach da, bleiben anonym. Nur so können sie die Kraft entwickeln, sich völlig in den sie umgebenden Raum zu integrieren. Sie verändern den Raum nicht, um auf sich aufmerksam zu machen, nehmen keine Wertung vor und bestätigen somit das Recht eines jeden (Dings), so zu sein, wie es ist. Der Raum, in dem man die Skulpturen antrifft, ist jeweils auch der Raum, der die Bedingungen für ihre Form vorgegeben hat.

So verhielt es sich auch mit der ortsbezogenen Arbeit „Beleuchtung“, die 1997 für die Skulpturenmeile auf der oberen Hüsingstraße entstanden war. Das Bild der Straße ist geprägt von einem Gemenge aus historischer und neuer Architektur, dem Gegensatz einer aktuellen und traditionellen Formensprache. Gegenüber dem Hauseingang Hüsingstraße 21 befand sich eine historisierte Straßenlaterne, die unbedingt erhalten bleiben sollte. Maik und Dirk Löbbert machten sie zum Ausgangspunkt und
Bestandteil ihrer skulpturalen Intervention. Mit ihrem warmen Schein vermittelt die Straßenlaterne ein nostalgisches Empfinden und einen Eindruck von Idylle.

Wie ist es aber, wenn man diese Idylle einmal im kalten Licht der Gegenwart betrachtet? Diese Frage läßt sich stellen, sobald man den zweiten Teil dieser Skulptur, die über der alten Laterne aufstrebende Peitschenleuchte wahrnimmt. Diese Leuchtenform war die übliche Straßenbeleuchtung in den 60er und 70er Jahren, jener Zeit also, in der die Fußgängerzone ihre (seinerzeitige) Gestalt erhalten hat.

Eine kritische Sehweise legt die Lichtskulptur aber nicht zwingend nahe, dazu nimmt sie sich selbst zu sehr zurück. Die Deutung als Vereinbarkeit von Gegensätzen läßt sie ebenso zu wie Assoziationen an eine verrückte und surreale Welt.In Absprache mit den Künstlern wurde der neue Aufstellungsort im Stadtpark gefunden, wo nun aus der ursprünglich ortsbezogenen Lichtskulptur das „Denkmal für eine vormals ortsspezifische Skulptur“ geworden ist.


Maik Löbbert wurde 1958 in Gelsenkirchen geboren, sein Bruder Dirk Löbbert 1960 in Wattenscheid. Sie leben und arbeiten in Köln und Münster.

www.mdloebbert.de

das ding, von Ingrid Langanke, 1997

 

Geometrisch ungegenständliche (oder auch „konstruktivistische“) Kunst ist bei ihrem Auftreten zu Beginn des 20. Jahrhunderts als etwas revolutionär Neues empfunden und als solches begrüßt und natürlich auch abgelehnt worden. Im Grunde war aber auch zu Beginn des 20. Jahrhunderts diese Kunst gar nicht wirklich neu. Der Umgang mit rational erfassbaren geometrischen Formen - im Extremfall sogar mit mathematisch exakten Gestaltungsmitteln - hat schon die Künstler der Antike fasziniert.

Genau berechnet ist auch „das ding“ von Ingrid Langanke. Die Stahlskulptur ist aus einem Würfel mit der Kantenlänge von 90 cm entwickelt und auf der Grundlage dieses Maßes sind alle Proportionen konzipiert. Dennoch tritt die Würfelform selbst gar nicht in Erscheinung. Vielmehr setzt sich die Skulptur aus drei Teilstücken zusammen zu einem Gesamtkubus von 90 x 111 x 360 cm. Das größte der drei Teilstücke ist dabei ein dreiflächiges Element, dass die drei blauen Außenseiten bildet. Die beiden anderen Teilstücke, schwarz und weiß, treten aus der blauen Ummantelung hervor und sprengen so die quadratische Grundfläche des Ausgangselements.

Doch wäre diese Skulptur nicht typisch für Ingrid Langanke, wenn sie nicht bei aller verstandesmäßigen Planung auch ein ganz poetisches Element enthielte: Nimmt man sich im Sommer die Zeit, den Sonneneinfall ins Innere der Skulptur zu beobachten und mitzuerleben, wie ein zwischen dem schwarzen und dem weißen Element sichtbarer Streifen der Rückwand von oben nach unten hell in die Skulptur hineinwächst und intensiv blau erstrahlt, kann man auch alle Mathematik vergessen und ins Nachdenken geraten über die Tages- und Jahreszeit und über die Zeit, durch die das eigene Leben bestimmt ist.


Ingrid Langanke, 1940 geboren in Kevelaer am Niederrhein, wohnt und arbeitet in Mönchengladbach

Bildstock von Thomas Klegin, 1997

 

Am Ende der Fußgängerzone, am Cava-dei-Tirreni-Platz, steht ein Stahlmast, an dem 11 Verkehrsspiegel von unterschiedlicher Größe befestigt sind. Ein Kunstwerk, das man fast übersehen könnte: Der Bildstock von Thomas Klegin. Die Spiegel erfassen das Umfeld der Fußgängerzone und reflektieren es dem Betrachter. Der Künstler hat die Spiegel sehr bewusst in ihrem Winkel, ihrer Höhe und Richtung zur Umgebung des Cava-dei-Tirreni-Platzes ausgerichtet. Es zeigen sich dem Vorübergehenden Perspektiven, die er ohne den Bildstock nie wahrnehmen könnte. So ist es auch kein Zufall, dass einer der Spiegel den Turm von St. Viktor spiegelt. Über dieses Spiegelbild läßt sich der Bogen schlagen zum traditionellen Bildstock, der seinen Ursprung in der christlichen Tradition hat.

Vor allem in der Barockzeit wurden Bildstöcke - damals waren es „Male aus Holz oder Stein mit religiösen Darstellungen“ - auf Plätzen oder an Wegkreuzungen aufgestellt. Dort sollte man kurz verweilen und sich auf das Wesentliche besinnen. Religion ist heute nicht mehr das Zentrum des gesellschaftlichen Lebens.

Was aber ist in das Zentrum des gesellschaftlichen Interesses gerückt? Mit der Widerspiegelung der Lebenswirklichkeit des städtischen Lebens wird der Bildstock zu einem Anstoß zur Selbstreflexion. Und: Schon im Märchen vermochte der Spiegel auf Wahrheiten hinzuweisen, die man im Alltag lieber verdrängt hat.


Thomas Klegin, 1961 geboren in Bochum, lebt und arbeitet in Schwerte.

www.klegin.com

Am Baumdenkmal von Claus Bury, 1995


Unmittelbar an der belebten Bahnhofstraße wirkt die obeliskhafte architektonische Skulptur, wie in früheren Zeiten ein Stadttor gewirkt haben könnte. Die Skulptur als Tor zum Park steht in unmittelbarer Nähe eines sehr schönen Baumdenkmals (Familiengrabstein), einem täuschend echt aus Sandstein gemeißelten Baumstumpf, der wie ein Relikt eines Windbruchs die Zeit zu überdauern scheint. Der ehemalige Friedhof, heute „Stadtpark“, war 1822 vom Hofrat Friedrich Bährens als Begräbnisstätte für beide Konfessionen durchgesetzt worden und lag unmittelbar vor den Mauern der Stadt. Betritt man dieses Tor und nimmt die Einladung an, auf den Bänken im Innern etwas zu verweilen, ergeben sich durch die Seitenöffnungen ganz unerwartete Blicke in den Park und auf das „Baumdenkmal“, nach dem dieses Tor benannt ist.

Der fast wie eine Pyramide oben immer schmaler werdende Raum zieht natürlich auch den Blick nach oben. Und genau so ist die Skulptur angelegt: Dass sich der Blick hebt, schon wenn man auf sie zugeht. Als Bekrönung sieht man oben auf dem Tor einen Taxus-Strauch, der in Kugelform geschnitten ist. Und am Ende des Weges durch den Park steht ein ebenso geschnittener Strauch: Im Kopf des Besuchers stellt sich ein Zusammenhang her zwischen den beiden kugelförmigen Sträuchern. Die Kugel am Ende des Stadtparks ist wie ein Fluchtpunkt, auf den alle gedachten Linien vom Tor aus zulaufen.

Wären diese Linien wirklich und nicht nur als Vorstellung vorhanden, würde man als Besucher den Park als Raum erleben, jetzt aber durchschreitet er eine gedachte Skulptur. Hat man auf dem Weg zur Bahnhofstraße den Kugelstrauch am Boden gesehen, fixiert sich der Blick auf den zweiten Strauch oben auf dem Holztor - und man betritt die Stadt erhobenen Hauptes und kann so der motorisierten Schnelllebigkeit der Straße und der optischen Überreizung der Sinne in der Stadt begegnen.


Claus Bury, 1946 geboren in Meerholz/Gelnhausen, lebt und arbeitet in Frankfurt am Main

www.clausbury.de

Kontakt

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Stiftung Kultur der Sparkasse Schwerte

Postplatz 3, 58239 Schwerte


Vorsitzender des Stiftungsvorstandes:

Brigitte Mittrop

Ihr Ansprechpartner

Stefan Knoche

Telefon: 02304 103 157

Impressum

Impressum der Stiftung Kultur der Sparkasse Schwerte

Postplatz 3, 58239 Schwerte

Ansprechpartner:

Stefan Knoche
Telefon: 02304 103-157
Telefax: 02304 103-109

eMail: knoche@sparkasse-schwerte.de
Internet: www.sparkasse-schwerte.de/kulturstiftung

 

Die Stiftung Kultur der Sparkasse Schwerte ist eine Stiftung nach dem Privatrecht.
Vertretungsberechtigte Person:

Brigitte Mittrop (Vorsitzende des Stiftungsvorstands)
Stefan Knoche (stellvertr. Vorsitzender des Stiftungsvorstands)
Julia Lettau (Mitglied des Stiftungsvorstands)

 

Zuständige Aufsichtsbehörde
Bezirksregierung Arnsberg - Stiftungsaufsicht, Seibertzstr. 1, 59817 Arnsberg

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